Willkommen zum akademischen Jahr 2025-26!

Das Studium der antiken Welt verändert sich gerade grundlegend. Zum einen besteht ein völlig neues Interesse an der historischen Tiefe menschlichen Handelns, etwa in Fragen nach der Ressourcensicherung oder dem Verlauf zivilisatorischer Prozesse. Gleichzeitig schwindet das Interesse an einer Antikenforschung, die sich vor allem oder gar ausschließlich das griechisch-römische Altertum vornimmt; mancherorts wird einer solchen Herangehensweise ein impliziter Kulturchauvinismus unterstellt.

  • hier weiterlesen

    Die Alte Geschichte in Deutschland ist in einer ambivalenten Situation, um auf diese Herausforderungen zu reagieren. Sie bleibt im Kern gut aufgestellt. Die Sicherung von Professuren hängt maßgeblich von der Verankerung der Alten Geschichte in den schulischen curricula ab. Dort sind traditionell aber Griechenland und Rom gefragt, wenn überhaupt. Das Diktat von Auslastungs- und Drittmittelquoten, vielerorts zum Benchmark der Validität eines Faches erklärt, trägt das seine dazu bei, dass mit immer größerem Aufwand Verbundprojekte aufgegleist werden, die immer weniger wissenschaftlichen Ertrag generieren. Konzeptsprache und Forschungsdesign sind oft so angelegt, dass sie an anderen Hochschulstandorten kaum kommunizierbar sind. Von internationaler Resonanz einmal ganz abgesehen.

    Wir verfolgen in Münster eine doppelte Strategie, dieser Situation zu begegnen. Wir setzen auf die hervorragende Ausbildung unserer Studierenden: die Breite des Lehrangebots und die Tiefe der Grundlagenforschung – in der Papyrologie, Epigraphik und Landeskunde – sind unser ganz eigenes Benchmark. Gleichzeitig reagieren wir auf die Notwendigkeit neuer Perspektiven, indem wir globale Horizonte der griechisch-römischen Antike ausleuchten, etwa durch neue Forschungsprojekte und Publikationsreihen sowie ein stetig wachsendes Netz an strategischen Partnerschaften. Für die Studierenden bieten alle diese Segmente vielerlei Möglichkeiten, ihre Ausbildung jenseits des Seminarraumes zu forcieren. 

    Mit dem letzten WiSe 2025/2026 trat Professorin Muriel Moser-Gerber ihren Dienst an unserem Seminar an. Mit ihr beginnt auch ein neues Kapitel der Einordnung der römischen Geschichte in Forschungsdiskurse, die über traditionelle Bilder des Imperium Romanum hinausgehen. Wir bleiben in der Alten Geschichte in Münster insofern nicht nur top aufgestellt, sondern sind auch bereit, unsere strategischen Ziele der exzellenten fachwissenschaftlichen Ausbildung und dynamischen Entwicklung von althistorischen Forschungsdossiers weiter zu verfolgen – und uns insgesamt den Fragen zu stellen, was Alte Geschichte im posthumanistischen Zeitalter ist, warum wir sie betreiben und wo das eigentlich hinführen soll. Das wird spannend. Willkommen zum neuen akademischen Jahr!

    Hans Beck

    Geschäftsführender Direktor des Seminars für Alte Geschichte

Archäologischer Anzeiger (AA)

© iDAI

The Amykles Survey Project

Results of the 2024 Season

In 2024, archaeological fieldwork – including remote sensing, a geophysical survey, and a pedestrian survey – was carried out in the Eurotas Valley, in the area traditionally associated with ancient Amyklai. The investigations revealed archaeological evidence of diachronic human presence in the area, spanning from at least the Early Helladic period to the Roman era. Most notably, a site with evidence of both dwelling and production areas supports the hypothesis of a post-prehistoric settlement in this part of the valley. In addition, extant features that may be interpreted as Late Bronze Age burials further reinforce the idea that this area was among the most densely settled of the Eurotas Valley in antiquity.

Read more here

Archäologischer Anzeiger (AA) 2. Halbband 2025

© Uni MS - Linus Peikenkamp

Mit Papyrusrollen in den Alltag der alten Ägypter eintauchen

Neuer „Umdenken“-Podcast mit dem Althistoriker Patrick Sänger

Immer wieder gelingt es Forscherinnen und Forschern, mithilfe von Papyrusfragmenten in den Alltag der Menschen vor vielen Jahrhunderten einzutauchen und so manches wissenschaftliche Rätsel zu lösen. Das Gros der Arbeit mit dem Papier der Antike liegt allerdings noch vor ihnen: Schätzungen zufolge haben die Wissenschaftler bislang etwa 60.000 Fragmente untersucht und entziffert – rund eine Million unerschlossene Seiten, die überwiegend in Ägypten entdeckt wurden, liegen dagegen noch in den Archiven. „Mehrere Forscher-Generationen werden sich noch dieser faszinierenden Aufgabe widmen“, unterstreicht der Althistoriker Prof. Dr. Patrick Sänger in der neuen Folge des „Umdenken“-Podcasts der Universität Münster  – und lädt zum Zuhören ein.

Mit Papyrusrollen in den Alltag der alten Ägypter eintauchen

Neue Eigenständigkeitserklärung für studentische Hausarbeiten der Lehreinheit Geschichte

Ab sofort gilt eine aktualisierte Eigenständigkeitserklärung für alle studentischen Hausarbeiten. Die Vorlagen des Historischen Seminars sowie der Alten Geschichte sind vereinheitlicht, die Geschichtsdidaktik nutzt eine eigene Version.

Bitte beachten Sie, dass Lehrende zusätzlich eine detaillierte Tabelle zur Nutzung generativer KI einfordern können. Informationen darüber, ob und in welcher Form eine solche Dokumentation für Ihre jeweilige Arbeit notwendig ist, erhalten Sie direkt von Ihren Dozentinnen und Dozenten.

Zum Sommersemester veröffentlicht die KI-Kommission zudem ergänzende Informationsflyer. Diese unterstützen Sie dabei, die Nutzung von KI-Werkzeugen in Ihren Arbeiten korrekt einzuordnen und bei Bedarf in der Einleitung darzustellen.

Die aktualisierte Eigenständigkeitserklärung finden Sie hier sowie in der Rubrik FAQ unter Allgemeine Fragen, Begriffe & Dokumente.

© DeGruyter

Männliche Mobilität, weibliche Handlungsmacht

Soziale Organisation und ökonomische Praxis an der Ostadriaküste in hellenistischer und römischer Zeit

Dr. Rebecca Kreßner

Wie organisierten sich Familien und Haushalte in antiken Gesellschaften, in denen Männer häufig lange auf See, im Krieg oder mit Viehherden unterwegs waren? Welche sozialen Strukturen entwickelten sich in deren Abwesenheit – und welche wirtschaftlichen Rollen nahmen Frauen dabei ein?

Die Studie untersucht die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Völkerschaften an der östlichen Adriaküste – in Epirus, Illyrien und Liburnien – vom 4. Jhd. v. Chr. bis ins 1. Jhd. n. Chr. Anhand von Freilassungs- und Grabinschriften, Orakeltafeln und literarischen Zeugnissen analysiert sie Haushaltsstrukturen, Heiratsmuster, Eigentumsverhältnisse und Geschlechterrollen. Zentral ist dabei die Frage, wie sich männliche Mobilität und weibliche Handlungsmacht aufeinander beziehen – und welche Formen von Familienleben jenseits griechisch-römischer Normen entstanden.

Mit ihrem interdisziplinären Zugriff auf epigraphische, literarische und ethnologische Vergleichsquellen bietet die Arbeit einen innovativen Beitrag zur antiken Sozial- und maritimen Kulturgeschichte des westlichen Balkans. Als Band der Reihe TRANSMARE verbindet sie Sozialgeschichte mit maritimer Mobilitätsforschung und eröffnet neue Perspektiven auf familiäre Alltagswelten im westlichen Balkanraum.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite vom DeGruyter Verlag.

© Peter Leßmann

Millionen-Förderung

Akademienunion fördert das Projekt "Die Krokodil- und Menschenmumien von Tebtynis" (Standorte in Köln und Münster)

Die Gemeinsame Wissenschaftkonferenz von Bund und Ländern hat am Freitag, 28. November 2025 bekanntgegeben, dass die Universität Münster mit zwei Forschungsprojekten am neuen Akademieprogramm beteiligt sein wird. Start des Vorhabens "Die Krokodil- und Menschenmumien von Tebtynis" mit Beteiligung von Prof. Dr. Patrick Sänger ist der 1. Januar 2026. In beiden Projekten erschließen und analysieren die Wissenschaftler historische Quellen und machen sie mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) zugänglich.

Weitere Informationen

© WDR

Zeitzeichen, mit Prof. Dr. Muriel Moser-Gerber

Der Geschichts-Podcast vom WDR

Aus einem kleinen Dorf am Tiber wächst Rom zum Weltreich - und mitten im Expansionsdrang hält plötzlich Frieden Einzug: die Pax Romana. Von 27 v. Chr. bis etwa 235 n. Chr. bleibt das Reich weitgehend von Bürgerkriegen verschont, auch wenn an den Außengrenzen Legionäre kämpfen. Kaiser wie Augustus inszenieren sich als pflichtbewusste und gerechte Herrscher, deren Bilder auf Münzen, Statuen und in Ritualen bis in die fernsten Provinzen strahlen.

Hinter dem Glanz steckt vor allem ein kluges System: wenige Beamte, präzise Volkszählungen, gut informierte Kaiser und ein fein gesponnenes Netz aus Statthaltern. Handel und Straßenbau lassen die Wirtschaft florieren, lokale Bräuche und Traditionen dürfen weiterleben.

Die Spuren dieser Epoche prägen uns bis heute - von Monatsnamen wie Juli und August über Rechtsgrundsätze bis zu alten Straßenverläufen. Die Pax Romana ist weit mehr als ein politisches Konzept: Sie wird zum Vorbild für Ordnung und Frieden. Der Römische Frieden zu Anfang unserer Zeitrechnung ist ein relativer Frieden: An den Außengrenzen ringen Legionäre immer wieder mit Germanen, Dakern oder Parthern. In der Podcast-Folge „02.10.235 v. Chr.: Pax Romana - 200 Jahre Frieden im Römischen Reich“ spricht Prof. Dr. Muriel Moser-Gerber darüber wie es sich wirklich in dieser Zeit lebte, die bis heute Popkultur und Internettrends wie My Roman Empire prägt – und lädt zum Zuhören ein.

02.10.235 v. Chr.: Pax Romana - 200 Jahre Frieden im Römischen Reich

© Cambridge University Press

The Roman Republic and Political Culture

German Scholarship in Translation

Volume release of “The Roman Republic and Political Culture. German Scholarship in Translation,” edited by Amy Russell and Hans Beck, with translations by Kathrin Lüddecke and edited by Zara Chadha.

The book is published with CUP as part of its Classical Scholarship in Translation Series, edited by Renaud Gagné and Jonas Grethlein.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite von Cambridge University Press.

© Cambridge University Press

Place and Performance in Ancient Greece, Rome, and China

Edited by Hans Beck and Griet Vankeerberghen

This book examines the construction of space and place in early China and the ancient Mediterranean through the lens of performances conducted in specific locations. It highlights conceptions of place and performance, seeing both as crucial to the production of cultural meaning and communal cohesion, and as heavily dependent on the prevailing political culture. Whether urban or rural, global or local, central or fringe, public or private, real or imagined, theatrical or ritual, the places and performances highlighted serve to show both commonalities and differences between the ancient Mediterranean and early China. The range of places of comparison is also very diverse, including roads, gardens, neighbourhoods, hydraulic infrastructures, funerary performance, spectacles at court, and the everyday display of authority through clothing and fashion. This title is part of the Flip it Open Programme and may also be available Open Access. Check our website Cambridge Core for details.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite von Cambridge University Press.

Reihen aus dem Seminar für Alte Geschichte/ Institut für Epigraphik

Cover Asia Minor Studien 106
© Habelt Verlag

Asia Minor Studien 106

Das Heiligtum des Basileus Kaunios und des Apollon in Kaunos
Die Bauten und ihre Funktionen
von Erkan Kart

Weitere Informationen finden Sie hier.